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"Erwin Kohl hat mit "Schwarzes Wasser" wieder einen guten Krimi geschrieben"

Marianne Possmann für ekz


"Miss Marples Schwester"

Anja Hasenjürgen, NRZ


"Ein schöner Fall, nicht nur für Niederrheiner"

FP Caruso, amazon.de


Dem Weseler Kriminalkommissar Heinrich Grimm, der mittlerweile pensioniert ist und in dem
Roman "Die Motte" (BA 7/09) seinen letzten Fall als aktiver Beamter hatte, bleibt auch im
Ruhestand die Mördersuche nicht erspart. Schuld daran sind seine Mutter, die immer noch
Miss Marple spielen möchte, und Grimms Freund Joschi, der scheinbar einem Mörder zum
Opfer gefallen ist. Erwin Kohl hat mit "Schwarzes Wasser" wieder einen Krimi geschrieben,
der bei seinem mittlerweile recht großen Leserkreis keine Wünsche offen lässt. Kohl hat sich
zu einem guten Erzähler entwickelt, der es meisterhaft versteht, die Spannung bis zum Ende
zu halten. Seine Figuren sind sehr facettenreich und einfühlsam beschrieben, allen voran
Mutter Grimm, die die Mördersuche nicht lassen kann und ihrem Sohn mit einem eigenen
Detektivbüro auf die Nerven geht. Lokalkolorit gibt es auf eine ganz besondere Art und
Weise: Schauplatz des 1. Mordes ist das "Schwarze Wasser", der einzige am nördlichen
Niederrhein noch existierende Heideweiher mit seltenen Pflanzen und Tieren. Alles in allem
ein wieder mal sehr gelungener Niederrheinkrimi!

Marianne Possmann


Miss Marples Schwester

In Erwin Kohls neuem Krimi „Schwarzes Wasser“ eröffnet die findige Seniorin Gertrud Grimm eine Detektei.

Anja Hasenjürgen

Am Niederrhein. Eine unbekannte Verwandte von Miss Marlple ist aufgetaucht: Frau Grimm aus Wesel. Eine nahe Verwandte übrigens, so ähnlich, wie sich die beiden alten Damen sind: ein bisschen schräg, ein bisschen schrullig, vor allem aber: ungemein schlau. „Mein Name ist Grimm, Gertrud Grimm“. So stellt sich die resolute Oma, die ihre Nase so gerne in polizeiliche Ermittlungen steckt, in Erwin Kohls achtem Krimi „Schwarzes Wasser“ einem Sachbearbeiter der Stadt Wesel und denjenigen Lesern vor, die sie nicht kannten. Allen anderen ist Gertrud Grimm bereits als Schrecken der Taxifahrer und der Alptraum der Staatsanwältin bekannt, mit der der Kommissar a.D., Heinrich Grimm, verbandelt ist. Heinrich Grimm, eigentlich Hauptakteur, steht zwar nicht im Schatten seiner ebenso pfiffigen wie dreisten Mutter, aber er hat eine starke Partnerin gewonnen. Immerhin eröffnet Frau Grimm im neuen Roman eine Detektei, natürlich ohne ihren Sohn zu fragen: “Detektivbüro Grimm & Sohn. Ermittlungen aller Art.“
Das, hat Kohl einmal gesagt, ist das allerschönste am Schreiben: die Charaktere zu zeichnen. Nicht nur mit Grimm nebst Mutter, sondern auch mit seiner Nachfolgerin bei der Polizei, Manuela Warnke, dem bräsigen Ex-Kollegen Adriano oder dem schmierigen Lokalzeitungs-Reporter Camel lernt der Leser eine Reihe starker Figuren kennen.

Mysteriöser Zahlencode

Und der Wiederholungstäter, der schon die anderen Grimm-Krimis verschlungen hat, darf sich auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen – die übrigens erstmals auf der rechten Rheinseite ermitteln: in Flüren, am Schwarzen Wasser, an dessen Ufer nicht ein toter Obdachloser gefunden wird, sondern Joschi, ein Kumpel Heinrich Grimms.
Was zur Folge hat, dass nicht nur die Polizei, sondern auch Grimm und der karrieregeile Journalist auf der Fährte des Mörders sind – und Mutter Grimm, die nicht nur das Pillendöschen und die Angel des Mordopfers findet, sondern auch den mysteriösen Zahlencode knackt, der die Ermittler auf die richtige Spur führt.

Eine spannende Geschichte – und witzig. Allein der Dialog zwischen Mutter Grimm und dem verdeckt und verdreckt ermittelnden Camel in der Welser Fußgängerzone: zum Brüllen komisch!

 


Ein schöner Fall, nicht nur für Niederrheiner


... sondern für alle Krimileser, die klassische Kriminalgeschichten und dazu sympathische und gelegentlich auch witzige Figuren mögen.

Das Buch ist - zum Glück - keiner der modernen Verschwörungsthriller, aber trotzdem spannend und flüssig zu lesen. Genauso wie übrigens auch die andere Reihe des Autors mit dem Ermittler Joshua Trempe, die in Krefeld spielt. Beide Reihen kann man auch ohne Ortskenntnisse gut lesen und die Fälle haben keinen regionalen Bezug, der sie für Nichtortsansässige uninteressant machen würde.

Das Buch hat mir viel Spass gemacht und mich gut unterhalten, deshalb die volle Punktzahl.

Als Weselanerin wünsche ich mir für das nächste Buch aus der Reihe allerdings noch, dass der Autor seine gastronomischen Präferenzen in Wesel einmal "überarbeitet". Wenn er schon die Staatsanwältin und ihren Kommissar a.D. durchaus mal ins Restaurant ART schickt, sei dem Autor statt des doch recht trutschigen Cafe F., das er zigmal nennt, einmal ein Besuch des Cafe's "Müllers" am Kornmarkt ans Herz gelegt.

Dies sei mit einem Augenzwinkern gesagt, weil es natürlich dem Lesespass überhaupt keinen Abbruch tut, wo die Personen im Buch ihren Kaffee trinken und sich treffen, und deshalb eigentlich nicht in eine Rezension gehört.

 


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